... (* 29. März 1908 in Fürstenberg (Oder); † 10. März 1987) war ein deutscher Jurist und Bundesrichter. Haidinger absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaft und wurde an der Universität Göttingen mit der 1931 erschienenen Dissertation Das Anwendungsgebiet des § 279 BGB, insbesondere bei den sogenannten Anschaffungsschulden und den obligationes faciendi zum Dr. jur. promoviert. Nach dem zweiten Staatsexamen und der Zeit als Gerichtsassessor wurde er schließlich Landgerichtsrat in Berlin. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war er im deutsch besetzten Polen ab Mitte November 1939 als Landgerichtsrat in Łódź eingesetzt, das durch die deutschen Besatzer in Litzmannstadt umbenannt wurde. Dort wurde er 1941 zum Landgerichtsdirektor befördert. Zeitweilig war er in Litzmannstadt auch als Beisitzer am Sondergericht I tätig, wo er an politisch motivierten Strafurteilen mitwirkte. Anfang Mai 1942 stellte er einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP. Es ist nicht gesichert, ob er ...
... , auch als Chalcophacit bzw. Chalcophasit oder unter seiner bergmännischen Bezeichnung Linsenerz bzw. Linsenkupfer bekannt, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate". Es kristallisiert im monoklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu2Al[(OH)4,AsO4] • 4 H2O und entwickelt meist durchsichtige bis durchscheinende Kristalle von linsenförmigem oder dipyramidalem Habitus, aber auch körnige bis massige Mineral-Aggregate und blauer bis grüner Farbe bei hellblauer Strichfarbe. Benannt wurde das Mineral in Anlehnung an seinen zart hellblauen Strich nach den griechischen Worten λειρός für blass bzw. hell und κουία für Puder bzw. Pulver.Erstmals gefunden wurde Lirokonit im Bergwerk „Wheal Gorland" bei Gwennap in Cornwall (Großbritannien) und 1822 zunächst beschrieben von Friedrich Mohs, der das Mineral als Lirokon-Malachit bezeichnete. Wilhelm Ritter von Haidinger wandelte diese Bezeichnung 1825 bei ...
... ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate". Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Ba[Al2Si3O10] · 4H2O, ist also chemisch gesehen ein wasserhaltiges Barium-Aluminium-Gerüstsilikat und Mitglied der Zeolithgruppe. Edingtonit entwickelt meist pseudotetragonale Kristalle mit prismatischem, pyramidalem oder disphenoidem Habitus, aber auch körnige bis massige Aggregate von durchscheinend weißer, grauer oder rosa bis rötlicher Farbe bei weißer Strichfarbe. In dünnen Schichten kann er aber auch farblos und vollkommen durchsichtig sein. Benannt wurde das Mineral nach dem schottischen Mineraliensammler James Edington (1787-1844). Erstmals beschrieben wurde Edingtonit von Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral in den Höhlungen des Minerals Thomsonit aus der Sammlung von James Edington entdeckte. Der Thomsonit selbst stammte von den Kilpatrick Hills (Kilpatrickhügel) nahe Glasgow in der ehemals ...
... ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze". Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu12[S,(SbS3)4] und entwickelt meist undurchsichtige, stahlgraue bis schwarze Kristalle in Tetraederform, aber auch körnige bis massige Mineral-Aggregate. Tetraedrit bildet mit Tennantit (Cu12[S,(AsS3)4]) sowie mit Freibergit ((Ag,Cu)10(Fe,Zn)2[S,((Sb,As)S3)4]) eine vollständige Mischreihe, deren Mischkristalle und Endglieder unter der Bezeichnung Fahlerz zusammengefasst werden. Tetraedrit war ursprünglich unter der bergmännischen Bezeichnung dunkles Fahlerz beziehungsweise Schwarzerz (im Gegensatz zum lichten Fahlerz Tennantit) bekannt. Da es sich bei den Fahlerzen um verschiedene Minerale handelt, wurde später auch nach der Zusammensetzung unterschieden und Tetraedrit entsprechend als Antimonfahlerz bezeichnet. Seinen bis heute gültigen Namen Tetraedrit erhielt das Mineral 1845 von Haidinger, der es nach ...
... ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Carbonate (und Verwandte)". Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der Zusammensetzung Na2[CO3] • H2O. Chemisch gesehen handelt es sich um ein wasserhaltiges Natriumcarbonat. Es findet sich überwiegend in Form weißer oder graugelber, pudriger Krusten und Ausblühungen. Sehr selten entwickelt er auch farblose bis weiße, nadelige Kristalle. Da Thermonatrit einerseits leicht wasserlöslich ist, andererseits an der Luft aber auch bereitwillig dehydratisiert, das heißt Kristallwasser abspaltet und austrocknet, muss er als Mineralprobe in einem luftdichten Behälter geschützt aufbewahrt werden. Benannt wurde Thermonatrit 1845 durch Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral nach dem griechischen Wort θερμός [thermós] für warm und dem verwandten Mineral Soda bzw. der chemischen Verbindung Natron in Anspielung auf dessen Ursprung als "durch Wärmezufuhr ausgetrocknetes Natron" bezeichnete. ...
... (auch Hartbraunstein, Heteroklas, Heteroklin oder Pesillit) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silicate und Germanate"[*]. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Mn2+Mn3+6[O8,SiO4] und entwickelt entweder dipyramidale, nach {001} und {201} gestreifte Kristalle oder körnige bis massige Mineral-Aggregate von bräunlichschwarzer Farbe. Mit Abswurmbachit bildet Braunit eine vollständige Mischreihe. Erstmals gefunden wurde Braunit 1826 bei Friedrichroda im Thüringer Wald und beschrieben durch Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral zu Ehren des Kammerraths Braun von Gotha nach diesem benannte. In der mittlerweile veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehört der Braunit noch zur allgemeinen Abteilung der „Inselsilikate mit tetraederfremden Anionen (Neso-Subsilikate)", wo er zusammen mit Abswurmbachit, Franciscanit, Katoptrit, Långbanit, Neltnerit, Örebroit, Welinit und Yeatmanit ...
... (veraltet Rotkupfererz, chemisch Kupfer(I)-oxid) ist ein eher selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide". Es kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Cu2O und entwickelt meist verschiedene Kombinationen kubischer Kristallformen wie Oktaeder, Rhombendodekaeder und selten auch Würfel, aber auch nadelige oder körnige bis massige Mineral-Aggregate von orangeroter bis fast schwarzer Farbe. Erstmals wissenschaftlich beschrieben wurde der Cuprit 1845 durch Wilhelm Ritter von Haidinger, der das Mineral aufgrund seines Kupfergehaltes mit Bezug auf die lateinische Bezeichnung für Kupfer cuprum benannte. Römer nannten das Erz aes cyprium (Erz aus Zypern). In der mittlerweile veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage) gehört der Cuprit noch zur allgemein gehaltenen Abteilung der „Oxide mit (dem ungefähren Stoffmengenverhältnis) Metall : Sauerstoff = 2 : 1 und 1 : 1". Seit der Überarbeitung der ...
... (* 3. Juli 1782 in Nemours; † 24. August 1861 in Paris) war ein französischer Geologe und Mineraloge. Er studierte an der École polytechnique (Promotion 1798). 1801 ging er zur École des Mines und wurde dort Ingenieur. Im Jahr 1821 entdeckte er in der südfranzösischen Ortschaft Les Baux de Provence ein Mineral, das nach dem ersten Fundort Bauxit genannt wurde und ein Aluminium-Erz ist. 1827 fand und beschrieb er ein weiteres, bis dahin nicht bekanntes Mineral, das von Wilhelm Ritter von Haidinger nach ihm Berthierit benannt wurde. Seine Studien zu den Phosphaten waren für die Entwicklung der Landwirtschaft von großer Bedeutung, wo diese als Düngemittel eingesetzt werden. Im Jahr 1825 wurde Berthier in die Französische Akademie der Wissenschaften und 1829 als korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften gewählt. 1828 wurde er als Ritter der Ehrenlegion ausgezeichnet. Außerdem wurde er als einer von 72 Wissenschaftlern und Ingenieuren ...
Genehmigt durch Urkunde des Oberpräsidenten der Rheinprovinz vom 2. Dezember 1937: „Das Wappen der Stadt stellt einen waagerecht geteilten Schild dar, im oberen blauen Feld das gekreuzte Lilienzepter, golden tingtiert, darüber schwebt der Buchstabe ‚T' in schwarz; das untere Feld des Schildes ist gespalten, vorne im gelben Feld ein schwarzer, ungekrönter Löwe mit roter Zunge und links gewendet, hinten im roten Feld ein silberner, gekrönter Löwe nach rechts (der Teilungslinie) gewendet."[8]. ...
Der obere Teil des Wappens weist auf die Wälder und Felder hin der Gemeinde hin. Das untere blaue Feld steht für den Peipussee. Die Farben grün und blau symbolisieren zudem die historische Zugehörigkeit zum Kreis Tartu. Silber steht für den Kreis Ida-Viru. Die beiden Hufeisen stehen für die estnischsprachige und russischsprachige Bevölkerung der Landgemeinde und für den historisch wichtigen Postkurs, der durch Lohusuu führte. Die Wellenlinie und der Angelhaken weisen auf die Flüsse und den Fischfang hin.[2] ...
Die klassische Reflexlehre Pawlows, wie sie auch dem Behaviourismus zugrunde liegt, geht von der experimentellen Beobachtung im Labor aus, siehe Experimentelle Psychologie. John B. Watson (1878-1958) legte 1913 das Leitbild dieser neuen Wissenschaft fest, die sich später auch als Verhaltenswissenschaft oder als Verhaltensanalyse bewährt hat.[13] Dabei wurden zunächst die äußerlich zu beobachtenden physiologischen Abläufe untersucht, siehe blauer Bereich in Bild „Funktionskreis" („Außenwelt"). Die auf das biologische System („roter Bereich") afferent bzw. rezeptorisch von außen einwirkenden physikalischen Einflüsse wurden als Reiz (engl. stimulus) benannt, die von dem biologischen System ausgehenden efferenten bzw. effektorischen Reizantworten als Reaktionen (engl. response oder reaction). Dabei kam dem Reiz eine bestimmende, gleichsam kausale und vordergründige Bedeutung zu. Diese vorwiegend durch das Maschinenparadigma bestimmten Vorstellungen bedurften jedoch einer Revision, da ...
Die Nationalflagge der Philippinen wurde am 12. Juni 1898 eingeführt, jedoch im Laufe der Zeit mehrmals im Farbton verändert. Sie wurde ursprünglich von Emilio Aguinaldo entworfen. Die Flagge der Philippinen wird in Friedenszeiten mit dem blauen Feld nach oben gehisst, während in Kriegszeiten das rote Feld oben liegt. Die Nationalflagge besteht aus zwei waagerechten Streifen gleicher Breite in den Farben Königsblau und Scharlachrot, die von einem weißen gleichseitigen Dreieck am Liek überdeckt werden. Das Zentrum des Dreiecks nimmt eine goldene Sonne ein, die von acht Hauptstrahlen umgeben ist. Jede der Strahlen besteht dabei wiederum aus drei einzelnen Strahlen. An jeder Ecke des Dreiecks ist zudem ein fünfzackiger goldener Stern platziert. Jeder Stern ist dabei so angelegt, dass einer der Zacken genau zur Spitze der Ecke zeigt, an der er sich befindet.Die Seiten der Flagge haben ein Verhältnis Länge zu Breite von 2:1. Alle drei Seiten des weißen Dreiecks entsprechen in ihren ...
Der Mährische Adler ist in der Heraldik eine gemeine Figur und ein Wappentier mit eigenständigem Namen. Er ist nach seinem Hauptverbreitungsgebiet Mähren in Tschechien benannt. Blasonierung: Dargestellt ist im blauen Feld ein goldgekrönter rot-weiß geschachter Adler mit goldener Bewehrung. Nachweisbar ist der Adler auf einem Siegel des Markgrafen Přemysl und im Codex Manesse im Bild Wenzels II. von Böhmen. Er wurde im Lauf der Geschichte mit geänderten Farben dargestellt. Während der Habsburgerherrschaft von 1526 bis 1918 wurde der Adler rot-gold geschachtet, wobei diese Farben an den Habsburger Löwen angelehnt waren. Seit der Gründung der Tschechoslowakei wurden die tschechisch-böhmischen Nationalfarben rot-silber verwendet. Kurzfristig trug der Mährische Adler auch einen Brustschild, auf dem die von Kaiser Karl IV. dem Augustinerkloster Brünn geschenkte Ikone zu sehen war. Gezeigt wurde darauf die Mutter Gottes mit Kind als verehrte Retterin der Stadt vor den anrückenden ...