Eine Perkutane Nephrostomie, synonym Pyelostomie, ist die äußere Ableitung des Urins (Per-kutan=Durch die Haut) aus dem Nierenbecken durch einen Nephrostomie-Katheter. Die Perkutane Nephrostomie ist dann notwendig, wenn es zu einer Abflussbehinderung des Urins aus einem oder beiden Nierenbecken kommt und sich in der Folge ein Harnstau einstellt, der zu einer Harnstauungsniere führt. Eine längere Druckbelastung der Nieren kann die Nierenfunktion beeinträchtigen, das Organ schädigen und zu Infektionen führen. Gründe für eine Harnstauungsniere kann ein mechanisches Hindernis sein, etwa durch Fehlbildungen, einen Nierenstein oder eine Einengung im Bereich der ableitenden Harnwege durch Tumoren. Eine andere Indikation ist die sichere Urinableitung aus der Niere nach einem chirurgischen Eingriff an den ableitenden Harnorganen. Unter einer lokalen Betäubung oder in Narkose wird ein Nierenkelch unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle angestochen und ein Plastikschlauch über den Nierenkelch ...
An den obengenannten Engstellen bleiben häufig die Nierensteine hängen. Durch krampfartige Muskelaktionen versucht der Harnleiter die Steine weiter zu transportieren, was als (Nieren-)Kolik wahrgenommen wird. Bei älteren Menschen kann der Harnleiter mit Steinen gefüllt sein. Diese Steine haben eine unterschiedliche Größe, der größte Stein wird dann als Pilotstein bezeichnet. Bei chronischen Infektionen können sich weißliche Plaques an der Harnleiterwand ablagern, was als Malakoplakie bezeichnet wird. Als Anlagestörungen kommen Ureterstenosen (Ureterabgangsstenose oder distale Ureterstenose), eine versetzte oder erweiterte Mündung an der Blase (Ureterektopie, Ureterozele) und partielle oder vollständige Doppelanlagen des Ureters vor (Ureter fissus, Ureter duplex). Irreguläre Mündung oder Abflussstörungen können zu Rückfluss und Entzündungen führen, die die Niere schädigen oder zu einer Erweiterung des Harnleiters (Hydroureter), bei Blasenentzündung auch zur erstmals 1937[1] ...
Die Columbia Obstruction Box (engl. obstruction ‚Hindernis') ist eine Versuchsanordnung der Allgemeinen Psychologie und untersucht den systematischen Zusammenhang zwischen Triebstärke und Verhaltensstärke. Dazu müssen Ratten unter Laborbedingungen ein einfaches Labyrinth durchlaufen. Das Experiment wurde erstmals 1936 von den US-amerikanischen Psychologen Carl J. Warden, Thomas N. Jenkins und Lucien H. Warner durchgeführt. Die Forscher konnten zeigen, dass Lernen und Verhalten (siehe Behaviorismus) motivationsabhängig sind. Die Columbia Obstruction Box kam seitdem in variierter Form bei anderen Studien zum Einsatz (vgl. Kurt Lewin). Der Versuchsapparat bei dem Columbia Obstruction Box Test ist als einfaches Rattenlabyrinth konzipiert (Abb. 1). Das (männliche) Versuchstier wird in die Startbox (A) gesetzt. Ein Hindernis (B, elektrisches Bodengitter) trennt es von einem triebspezifischen Anreiz (C). Dieser Anreiz kann zum Beispiel Wasser, Nahrung oder ein paarungswilliges Weibchen sein. ...
... steht für: Obstruktion (Medizin), eine Verstopfung oder Verengung von Gefäßen oder Kanälen Obstruktion (Optik), die Abdeckung eines optischen Elements kurzzeitiges Blockieren des Luftstroms bei der Artikulation, siehe Artikulation (Linguistik) #Der Phonations- und Artikulationsprozess ein Verhalten, das politische Vorgänge behindert, siehe Filibuster die verweigerte Zustimmung zu einem Insolvenzplan, siehe Obstruktionsverbot Siehe auch: Obstruktionstheorie Wiktionary: Obstruktion - Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, ...
Eine Hydronephrose (Wassersackniere) ist eine Erweiterung des Nierenhohlsystems, die mittel- und langfristig mit einer Zerstörung des Nierengewebes einhergeht und durch eine chronische Harnstauung durch Störung im Harnabfluss zustande kommt. Je nach Höhe der Störung kann nicht nur das Nierenhohlsystem, sondern auch der Harnleiter (Ureter) als Hydroureter sackartig ausgedehnt sein. Als Ursache für die Druckerhöhung im Nierenhohlsystem kommen unter anderem in Frage: eine mechanische Beengung durch Probleme innerhalb des Harnableitungssystems (Ureterabgang bis äußere Harnröhrenmündung wie Ureterabgangsstenosen, Ureterostiumstenosen, Urethralklappen, Steinleiden, Prostatahyperplasie, Meatusstenose, Tumore) durch Probleme außerhalb des Harnableitungssystems (Tumoren wie ein Zervixkarzinom Stadium IIIb, Retroperitonealfibrose, Schwangerschaft usw.) Fehlbildungen, die zu einem Rückfluss des Urins in die Nieren führen, so der vesiko-ureterorenale Reflux. Nicht selten finden sich auch ...
Eine Hydronephrose (Wassersackniere) ist eine Erweiterung des Nierenhohlsystems, die mittel- und langfristig mit einer Zerstörung des Nierengewebes einhergeht und durch eine chronische Harnstauung durch Störung im Harnabfluss zustande kommt. Je nach Höhe der Störung kann nicht nur das Nierenhohlsystem, sondern auch der Harnleiter (Ureter) als Hydroureter sackartig ausgedehnt sein. Als Ursache für die Druckerhöhung im Nierenhohlsystem kommen unter anderem in Frage: eine mechanische Beengung durch Probleme innerhalb des Harnableitungssystems (Ureterabgang bis äußere Harnröhrenmündung wie Ureterabgangsstenosen, Ureterostiumstenosen, Urethralklappen, Steinleiden, Prostatahyperplasie, Meatusstenose, Tumore) durch Probleme außerhalb des Harnableitungssystems (Tumoren wie ein Zervixkarzinom Stadium IIIb, Retroperitonealfibrose, Schwangerschaft usw.) Fehlbildungen, die zu einem Rückfluss des Urins in die Nieren führen, so der vesiko-ureterorenale Reflux. Nicht selten finden sich auch ...
... ['milɔvan 'd͡ʑilas] (serbisch-kyrillisch Милован Ђилас, transkribiert Milovan Djilas; * 12. Juni 1911 in Podbišće, Königreich Montenegro; † 20. April 1995 in Belgrad) war ein jugoslawischer Politiker und Schriftsteller aus Montenegro. Zunächst ein überzeugter kommunistischer Ideologe und Agitator, entwickelte er sich zum prominenten Kritiker Josip Broz Titos und des Bundes der Kommunisten Jugoslawiens. Er verlor seine Ämter und verbrachte neun Jahre in jugoslawischen Gefängnissen. Seine Bücher wurden im Westen herausgebracht, wo er als kommunistischer Dissident betrachtet wurde. Đilas war Sohn eines begüterten Bauern und Polizeioffiziers. Er studierte ab 1929 Philosophie und Rechtswissenschaften an der Universität Belgrad und trat 1932 der damals illegalen Kommunistischen Partei Jugoslawiens (KPJ) bei. Von 1933 bis 1936 inhaftiert, wurde er 1938 Mitglied des Zentralkomitees (ZK) und 1940 des Politbüros der KPJ.1941 nahm Đilas an der Vorbereitung und ...
Als Megaureter (Syn. Megaloureter) bezeichnet man eine angeborene Harnleiter-Missbildung. Sie kann ein- oder beidseitig auftreten. Der Megaureter imponiert durch massive Erweiterung und meist auch vermehrte Schlängelung (als Zeichen einer Längenzunahme). Ursächlich ist ein Ersatz der glatten Harnleitermuskulatur durch Bindegewebe, der zu neuromuskulärer Dyskinesie und damit weitgehendem Erliegen der physiologischen Peristaltik führt. Ein Megaureter kann Ursache eines Harnstaus und eines vesikoureteralen Refluxes (Aufsteigen von Urin aus der Blase in den Harnleiter beim Wasserlassen) und damit den entsprechenden Folgen sein. Die erworbene Harnleitererweiterung (Syn. Harnleiterdilatation) wird als Hydroureter bezeichnet. Ursächlich hierfür ist ein Harnstau. Primärer obstruktiver Megaureter: Harnleitererweiterung durch eine Verengung des Harnleiters an seiner Mündung in die Harnblase. Diese Obstruktion kann über die Zeit zur Schädigung der Nieren führen. Meistens heilt diese Obstruktion ...
An den obengenannten Engstellen bleiben häufig die Nierensteine hängen. Durch krampfartige Muskelaktionen versucht der Harnleiter die Steine weiter zu transportieren, was als (Nieren-)Kolik wahrgenommen wird. Bei älteren Menschen kann der Harnleiter mit Steinen gefüllt sein. Diese Steine haben eine unterschiedliche Größe, der größte Stein wird dann als Pilotstein bezeichnet. Bei chronischen Infektionen können sich weißliche Plaques an der Harnleiterwand ablagern, was als Malakoplakie bezeichnet wird. Als Anlagestörungen kommen Ureterstenosen (Ureterabgangsstenose oder distale Ureterstenose), eine versetzte oder erweiterte Mündung an der Blase (Ureterektopie, Ureterozele) und partielle oder vollständige Doppelanlagen des Ureters vor (Ureter fissus, Ureter duplex). Irreguläre Mündung oder Abflussstörungen können zu Rückfluss und Entzündungen führen, die die Niere schädigen oder zu einer Erweiterung des Harnleiters (Hydroureter), bei Blasenentzündung auch zur erstmals 1937[1] ...
Die Fornixruptur ist ein Einriss des Nierenbeckens im Übergangsbereich zum Parenchym durch eine Druckerhöhung im Nierenbecken. Eine akute Hydronephrose, beispielsweise durch einen Harnleiterstein, führt in 10 bis 18 % der Fälle zu einer Fornixruptur. Eine Fornixruptur kann auch durch ein Ausscheidungsurogramm bei nicht kolikfreien Patienten hervorgerufen werden. Dies kommt durch den diuretischen Effekt des Kontrastmittels zustande, der unter Kolikbedingungen zu einem massiven Druckanstieg führt. In der Folge tritt Urin aus dem Nierenbecken in die Umgebung der Niere. Zur Behandlung sind in der Regel eine Antibiotikatherapie und eine Harnleiterschienung notwendig. Axel Stäbler, Birgit Ertl-Wagner: Radiologie-Trainer Körperstamm, Innere Organe und Gefäße. 2. Aufl. Georg Thieme, 2012, ISBN 9783131636829, S. 250. Richard Hautmann: Urologie. Springer, 2010, ISBN 9783642011597, S. 286 ...
... (* 1891 in St. Paul, Minnesota; † 1966) war ein US-amerikanischer Urologe. Foley, der ursprünglich Englisch unterrichtete, legte seinen Bachelor im Jahre 1914 an der Yale University ab und besuchte anschließend bis 1918 die Johns Hopkins School of Medicine. Zunächst arbeitete er als Chirurg, doch er wurde am 29. Juli 1937 als Urologe in das American Board of Urology eingetragen. Ob er tatsächlich eine Zusatzausbildung als Urologe absolviert hat, ist unbekannt.Foley entwickelte 1927 einen Ballonkatheter, der allgemein als Dauerkatheter eingesetzt wird oder mit dessen Hilfe beispielsweise Kontrastmittel in die Harnblase eingebracht werden kann. Dieser Katheter wird international als Foley-Katheter bezeichnet. Eine weitere Entwicklung Foleys ist die sowohl als Foley-Plastik wie auch als Nierenbeckenplastik nach Foley bezeichnete Operationstechnik. Mit dieser speziellen Plastik wird eine Hydronephrose behandelt, die aufgrund eines hoch angesetzten Harnleiters ...
Die Nierendysplasie ist eine angeborene frühembyronale Entwicklungsstörung (Fehlbildung) einer oder beider Nieren. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine fehlerhafte Entwicklung des Nierengewebes mit abnormer Nierenarchitektur.Ist die Entwicklung maximal gestört und es ist keine Niere nachweisbar, spricht man von einer Nierenagenesie oder Nierenaplasie, liegt lediglich eine Grössenminderung mit normalem Gewebeaufbau vor, handelt es sich um eine Nierenhypoplasie. Synonyme sind Nierendysgenesie; Renale Dysplasie, englisch renal dysplasia Die Häufigkeit wird geschätzt auf 1 zu 2'300 Geburten, bzw. 1 zu 2'400 bei Erwachsenen, 1 zu 93 bei Säuglingen. Kombination mit weiteren Fehlbildungen des Harntraktes findet sich in 57 % der Sektionen. Als Ursache kommt eine Störung der Ausbildung der Ureterknospe und des metanephrogenen Gewebes und/oder ein bereits intrauterin einsetzender Harnaufstau infrage. Bei der pathologischen Untersuchung finden sich unreife Glomeruli und mit Epithel ...
Die serbisch-orthodoxen Slawen Montenegros wurden erst 1946 zur Nation innerhalb Jugoslawiens erklärt. Zuvor galten sie als Serben und bezeichneten sich selbst zum Teil als Alt-Serben.[1] Eine Ausnahme bildeten autochthone serbisch-orthodoxe Slawen um die Bucht von Kotor, diese betrachteten sich weiterhin mehrheitlich als Serben. Daneben betonten viele Montenegriner stets die montenegrinische Eigenart, welche sie ihrer Auffassung nach von den restlichen Serben unterscheiden würde, was letztendlich als Grundlage für eine eigene montenegrinische Nation dienen sollte. Milovan Đilas, der einst als geistiger Vater der montenegrinischen Nation galt, definierte die montenegrinische Nation in seinem Memorandum vom 1. Mai 1945 in der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei Jugoslawiens, der Borba: „Die Montenegriner gehören ohne Zweifel der serbischen Linie der südslawischen Stämme und Nationen an. In der Vergangenheit, im achtzehnten, auch zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts, waren ...