... (von altgriechisch λευκός leukós, deutsch ‚weiß' und στάση stáse, deutsch ‚Ort, Haltung') ist ein Begriff aus der Medizin. Man versteht darunter das Festkleben (Adhäsion) von Leukozyten an der Wand von Blutgefäßen. Biochemisch wird die Adhäsion meist durch ICAM-1 vermittelt. Leukostasen treten meist zusammen mit einer extremen Leukozytose auf, welche oft eine Leukämie als Ursache hat. Die Folgen sind meistens Mikrozirkulationsstörungen und hängen vom befallenen Organ ab: So ist z. B. eine respiratorische Insuffizienz eine Folge einer Leukostase in der Lunge. Bei einer Leukostase im Gehirn treten neurologische Ausfälle auf. Diagnostisch wichtig bei Leukämie ist ein Priapismus, bei Leukostase in den Genitalien ...
Eine Retinopathie (von πάθος, páthos, „Leiden" und lat. retina Netzhaut) ist eine Schädigung der Netzhaut des Auges. Nach der Ursache unterscheidet man diabetische Retinopathie (durch Diabetes mellitus verursachte Netzhauterkrankung) Retinopathia centralis serosa (schwellungsbedingte Netzhautabhebung) Retinopathia pigmentosa (angeborene Erbkrankheit der Netzhaut) hypertensive Retinopathie (durch Bluthochdruck verursachte Netzhauterkrankung) eklamptische Retinopathie (bei Schwangeren im Rahmen von Eklampsie auftretende Netzhauterkrankung) Retinopathia praematurorum (Netzhauterkrankung bei Frühgeborenen) Retinopathia solaris (Netzhautschädigung durch Sonnenlicht oder Laser ...
Beim Fetus ist die äußere Netzhaut noch nicht vollständig mit Gefäßen versorgt. Während der Schwangerschaft herrscht in der Netzhaut ein relativer Sauerstoffmangel (Hypoxie). Dieser ist ein Stimulus für die Aussprossung der Netzhautgefäße in die äußere Netzhaut, die normalerweise zum Zeitpunkt der Geburt vollständig abgeschlossen ist. Entfällt bei der noch unvollständig mit Gefäßen versorgten Netzhaut von Frühgeborenen diese Sauerstoffunterversorgung nach der Geburt (insbesondere bei Beatmung), unterbleibt die weitere Gefäßausreifung; es kommt zu einer Ausbildung von sogenannten Leisten und Demarkationslinien an der Grenze zwischen vaskularisierter und nichtvaskularisierter Netzhaut. 6 bis 8 Wochen nach der Geburt kann es zu einer überschießenden und unkontrollierten Gefäßneubildung kommen. Dies geschieht unter Wachstumsfaktoren (z. B. VEGF). Die Gefäße können sich im weiteren Verlauf zu fibrovaskulären Strängen umbilden, die zu einer Netzhautablösung ...
Die Arteria centralis retinae, auch Zentralarterie des Auges genannt, ist eigentlich eine Arteriole. Sie entspringt der Arteria ophthalmica, verläuft dann im Sehnerv (Nervus opticus) bis zu dessen Papille (blinder Fleck), wo sie sich meist in vier Äste teilt. Sie ist eine Endarterie und für die Versorgung der inneren Schichten der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen verantwortlich. Ihr Verschluss kann zu einer sogenannten Amaurosis fugax führen. Die äußeren Schichten der Netzhaut (v. a. die Photorezeptoren) werden über das Blutgefäßsystem der Aderhaut (Choroidea) versorgt. Die Arteria hyaloidea ist ein Endast der Arteria centralis retinae, der während der Embryonalentwicklung die sich entwickelnde Linse mit Nährstoffen versorgt und sich noch vor der Geburt zurückbildet. FCAT - Federative Committee on Anatomical Terminology: Terminologia Anatomica. Thieme, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-13-114361-4. Theodor Axenfeld (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der ...
Die Arteria centralis retinae, auch Zentralarterie des Auges genannt, ist eigentlich eine Arteriole. Sie entspringt der Arteria ophthalmica, verläuft dann im Sehnerv (Nervus opticus) bis zu dessen Papille (blinder Fleck), wo sie sich meist in vier Äste teilt. Sie ist eine Endarterie und für die Versorgung der inneren Schichten der Netzhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen verantwortlich. Ihr Verschluss kann zu einer sogenannten Amaurosis fugax führen. Die äußeren Schichten der Netzhaut (v. a. die Photorezeptoren) werden über das Blutgefäßsystem der Aderhaut (Choroidea) versorgt. Die Arteria hyaloidea ist ein Endast der Arteria centralis retinae, der während der Embryonalentwicklung die sich entwickelnde Linse mit Nährstoffen versorgt und sich noch vor der Geburt zurückbildet. FCAT - Federative Committee on Anatomical Terminology: Terminologia Anatomica. Thieme, Stuttgart u. a. 1998, ISBN 3-13-114361-4. Theodor Axenfeld (Begründer), Hans Pau (Hrsg.): Lehrbuch und Atlas der ...
Die Arteria ophthalmica ist das arterielle Blutgefäß zur Versorgung des Auges und der Augenhöhle beim Menschen. Sie entspringt als Ast der Arteria carotis interna unmittelbar nach deren Durchtritt durch den Schädel. Zusammen mit dem Sehnerv verlässt sie den Schädel wieder durch den Canalis opticus und teilt sich in folgende Äste auf: Arteria centralis retinae für Sehnerv und Netzhaut Arteriae ciliares posteriores longae für die Linse und den vorderen Abschnitt des Augapfels Arteriae ciliares posteriores breves für den hinteren Abschnitt des Augapfels Arteria lacrimalis zur Tränendrüse Arteria supraorbitalis zur Stirn Arteria supratrochlearis zur Stirn Arteriae ethmoidales anterior et posterior zu den Siebbeinzellen Rami musculares zu den Augenmuskeln Arteriae palpebrales mediales zum oberen und unteren Lidrand Arteria dorsalis nasi zum NasenrückenDie der Arteria ophthalmica entsprechende Vene ist die Vena ophthalmica superior. Commons: Arteria ophthalmica - Sammlung von Bildern, ...
Die Arteria hyaloidea beziehungsweise Hyaloidarterie ist eine Arteriole im Auge zur Blutversorgung von Linse (11) und Glaskörper (12). Sie ist als Endast der Arteria centralis retinae ausgeprägt und verläuft von der Austrittsstelle des Sehnervs (18) zum hinteren Linsenpol, wo sie sich in den hinteren Teil eines als Tunica vasculosa lentis bezeichneten Gefäßnetzes um die Linse aufteilt. Im Glaskörper ist sie von dem als Gliahülle ausgebildeten Canalis hyaloideus (13) umgeben, der nach seinem Erstbeschreiber Jules Germain Cloquet auch Cloquet-Kanal genannt wird. Die Arteria hyaloidea ist im Normalfall nur während der Embryonalentwicklung zur Nährstoffversorgung der sich entwickelnden Linse vorhanden und bildet sich kurz vor der Geburt zurück. Auf der inneren Seite der Linse kann nach der Rückbildung der Arteria hyaloidea eine als Mittendorf-Fleck beziehungsweise Hyaloid-Körperchen bezeichnete Trübung bestehen bleiben, die im Allgemeinen keine klinische Bedeutung besitzt. Eine ...
Die Arteria spinalis posterior (hintere Rückenmarksarterie, in der Tieranatomie als Arteria spinalis dorsalis bezeichnet) ist eine Schlagader zur Versorgung des Rückenmarks. Sie ist, im Gegensatz zur Arteria spinalis anterior, paarig ausgebildet. Der Hauptzufluss erfolgt im Halsbereich über die Arteria vertebralis, sie kann aber auch aus der Arteria inferior posterior cerebelli hervorgehen. Darüber hinaus erhält das Gefäß segmental Zuflüsse über die Rückenmarksäste (Rami spinales) der Arteria cervicalis ascendens, Arteria cervicalis profunda, Arteriae intercostales posteriores und Arteriae lumbales. Die beiden Arteriae spinales posteriores versorgen jeweils das rückenseitige Drittel des Rückenmarks und damit den Hinterstrang, die Hintersäule und die äußeren Anteile des Vorder- und Seitenstrangs. Ein Verschluss der Arteria spinalis posterior ist eine Sonderform des Rückenmarksinfarkts und führt zum Arteria-spinalis-posterior-Syndrom. FCAT - Federative Committee on Anatomical ...
Unter einer arteriellen Thrombose versteht man die Bildung eines Blutgerinnsels (Thrombus) in einer Schlagader (Arterie). Eine arterielle Thrombose kann im betroffenen Organ zu einer Durchblutungsstörung und damit zu einem Sauerstoffmangel führen. Thrombosen in den Arterien entstehen üblicherweise an Orten mit einer veränderten Gefäßinnenwand (Tunica intima oder Intima), z. B. durch arteriosklerostische Plaques. Die Thrombose kann selbst am Entstehungsort zum Gefäßverschluss führen oder in Form einer Embolie weiter peripher gelegene Gefäßabschnitte verschließen, während Embolien von einer Venenthrombose meist die Lunge betreffen. Eine arterielle Embolie eines Herzkranzgefäßes heißt Herzinfarkt, eines hirnversorgenden Gefäßes heißt Schlaganfall, eines Auges heißt retinaler Arterienverschluss, des Darmes heißt Mesenterialinfarkt. Eine arterielle Thrombose / Arteriosklerose einer Beinschlagader heißt arterieller Verschluss, vgl. Arterielle Verschlusskrankheit. eines ...
Unter einem (anämischen) Milzinfarkt versteht man den Untergang von Milzgewebe aufgrund eines Verschlusses der Arteria splenica oder ihrer Äste. Der seltene akute, vollständige Verschluss der Arteria splenica führt zum klinischen Bild des akuten Abdomens mit Beschwerden im linken Oberbauch. Die farbkodierte Duplex-Sonographie kann hier zur präoperativen Diagnose führen (Durchblutung der Milzarterie unterbrochen). Bei kleinerem Infarkt findet sich ein echoarmes Areal unterhalb der Milzkapsel. In der Computertomografie ist der Milzinfarkt hypodens. Differentialdiagnostisch muss bei einem akuten Abdomen mit Beschwerden überwiegend im linken Oberbauch auch an einen Milzabszess gedacht werden. Intraoperativ findet sich die Milz grauschwarz verfärbt, schlaff und meist schon nekrotisch. Kommt in diesem Stadium noch eine bakterielle Infektion hinzu, kann sich eine akute Oberbauch-Peritonitis mit den entsprechenden septischen Komplikationen entwickeln. Der unvollständige Verschluss der ...
Der Aufstand von Brașov am 15. November 1987 war ein Aufstand von circa 20.000 Arbeitern in der Stadt Brașov (deutsch Kronstadt) und richtete sich gegen die Wirtschaftspolitik von Nicolae Ceaușescu im kommunistisch strukturierten Rumänien. Das im Südosten Siebenbürgens gelegene Brașov war die industriell höchstentwickelte Stadt Rumäniens, über 61 Prozent der Arbeitskräfte der Stadt arbeiteten in der dortigen Industrie. In den 1960er Jahren hatte die Regierung hier moldauische Bauern angesiedelt, woraus sich mit anderen Ortsansässigen eine qualifizierte Arbeiterschaft entwickelt hatte. Die Arbeitnehmer der Stadt spürten daher den industriellen Niedergang Osteuropas Mitte der 1980er Jahre besonders stark. Mit Nicolae Ceaușescus Plänen zum drastischen Schuldenabbau ab Anfang 1982 wurden für Lebensmittelproduktion und -verteilung bestimmte Gelder zur Zahlung von Schulden im Westen umgeleitet. In der Folge wurden die wichtigsten Lebensmittel und Konsumgüter rationiert, was zu langen ...
Eine Venole (lat. Venula, deutsch selten auch Venule) ist eine kleine Vene. Venolen sind mit den Arteriolen die feinsten noch mit bloßem Auge sichtbaren Blutgefäße. Man kann sie z. B. an der Sclera (weiße Augenhaut) des Auges als feine Gefäßzeichnung (Episcleralgefäße) erkennen. Venolen entspringen dem venösen Abschnitt von Kapillaren und vereinigen sich mit benachbarten Venolen zu Venen. Ihr Grundaufbau gleicht dem von Venen, sie besitzen aber keine deutliche Schicht aus glatter Muskulatur (Tunica media) und keine Venenklappen. Bei der Leukozytenmigration, während einer Immunantwort, erfolgt der Einstrom der Leukozyten in die Lymphknoten über sogenannte hochendotheliale Venolen. Verschieden dicke Venolen unterscheiden sich etwas im Aufbau, so dass unterteilt wird nach postkapillären Venolen mit einem Durchmesser von 10 bis 30 Mikrometern, Sammelvenolen (30 - 50 Mikrometer) und muskulären Venolen (50 - 100 Mikrometer). Die Wände der Sammelvenolen enthalten neben Perizyten einzelne, ...
Der Begriff hochendotheliale Venole (HEV) oder postkapilläre (epitheloide) Venole, oft auch englisch high endothelial venule, bezeichnet ein kleines venöses Blutgefäß, das in lymphatischen Organen (Lymphknoten, Peyersche Platten, Mandeln) direkt neben den Lymphfollikeln zu finden ist. Die Venole ermöglicht den Durchtritt (Leukodiapedese) der Lymphozyten aus dem Blut in die umliegenden Bereiche. Die Innenwand (Endothel) einer HEV ist - im Unterschied zu anderen Venolen - nicht mit flachen, sondern mit kubisch geformten (isoprismatischen) Zellen ausgekleidet, die daher auch runde, anstelle von abgeplatteten, Zellkernen besitzen. Ulrike Bommas-Ebert, Philipp Teubner, Rainer Voß: Kurzlehrbuch Anatomie und Embryologie. Thieme, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-13-135533-1, S. 18 ff. Thomas Heinzeller, Carl M. Büsing: Histologie, Histopathologie und Zytologie für den Einstieg. Thieme, Stuttgart 2001, ISBN 3-13-126831-X, S. 139 Renate Lüllmann-Rauch, Friedrich Paulsen: Taschenlehrbuch Histologie. ...