Die Auxine (altgr. αὐξάνω auxánō „ich wachse") sind eine Gruppe von natürlichen und synthetischen Wachstumsregulatoren mit multipler Wirkung auf Wachstums- und Differenzierungsprozesse bei Gefäßpflanzen und einer spezifischen Wirkung im Protonema der Laubmoose. Die natürlich vorkommenden pflanzlichen Auxine gehören zu den Phytohormonen. Gegenspieler der Auxine sind die Blastokoline. Die Auxine sind in der Fachsprache aufgrund ihrer Wirkung auch unter dem Namen Streckungshormone bekannt. In Pflanzen sind sie essentiell. Ihre Rolle als Pflanzenhormone entdeckte in den 1920er Jahren Frits Warmolt Went. Das Auxin Indol-3-essigsäure isolierte Kenneth V. Thimann (und unabhängig Fritz Kögl und Kollegen). Die molekulare Struktur der verschiedenen Auxine ist recht unterschiedlich. Allen gemeinsam ist ein planares aromatisches Ringsystem und ein Rest mit hydrophober Übergangsregion und terminaler Carboxygruppe. Der Aromat kann allerdings recht unterschiedliche Strukturen aufweisen. ...
Die Gibberelline (Betonung auf der vorletzten Silbe: Gibberelline) sind eine Gruppe von Phytohormonen, die als eine Art pflanzliche Wachstumshormone wirken. Chemisch handelt es sich um Diterpene, die sich formal vom ent-Gibberellan ableiten. 1935 isolierte der Japaner Teijiro Yabuta erstmals Gibberelline als Sekundärmetabolit aus Kulturen des Pilzes Gibberella fujikuroi (nun reklassifiziert als Fusarium fujikuroi), welcher Auslöser der Krankheit Bakanae bei Reispflanzen ist. Die gebildeten Gibberelline führen zu einem starken Wachstum der Reispflanzen, allerdings knicken sie vor der Blüte bereits ab. Heute gehören zur Gruppe der Gibberelline 136 Substanzen (GAx mit x als laufenden Index in Reihenfolge der Entdeckung des jeweiligen Gibberellins), von denen nur bestimmte, wie GA1, GA3 (Gibberellinsäure) oder GA7, in Pflanzen aktiv sind. Gibberelline kommen auch natürlich in Pflanzen vor. Sie werden vornehmlich in heranreifenden (Früchte) und heranwachsenden Pflanzenteilen (Blätter, ...
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden Gibberellinsäure (GA) ist ein pflanzliches Wachstumshormon (Phytohormon) und der bekannteste Vertreter aus der Gruppe der Gibberelline. Es handelt sich um eine Diterpenoid-Carbonsäure. Gibberellinsäure fördert die Keimfähigkeit und Keimschnelligkeit, hat Einfluss auf das Längenwachstum und die Befruchtung der Gefäßpflanzen und hebt die Winterruhe auf. In höheren Konzentrationen beeinflussen GAs im Protonema von Laubmoosen den Gravitropismus und das Längenwachstum. Wie an Physcomitrella patens gezeigt, sind in diesen Pflanzen einzelne Mitglieder der GA-Signalleitung zu finden. Produziert wird die Gibberellinsäure in den Plastiden junger Blätter, ebenso - um die Reifung zu fördern - in unreifen Samen und Früchten. Im Weinbau wird GA zur vorbeugenden Bekämpfung von Essigfäule und Botrytis cinerea auf die Weinreben aufgebracht. Im Gartenbau wird sie als Keimhilfe angewandt, um die sofortige Keimung schwer- oder kaltkeimender ...
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden Brenztraubensäure, auch Acetylameisensäure, ist die einfachste Ketocarbonsäure. Ihre Salze und Ester werden als Pyruvate bezeichnet. In der Biochemie bezeichnet Pyruvat das Anion der Brenztraubensäure und ist ein C-3-Körper. Das Molekül der Brenztraubensäure besitzt eine α-ständige Carbonylgruppe. Der Acetyl-Rest (CH3CO-) von Brenztraubensäure wird Pyruvoyl genannt. Die Bezeichnung Brenztraubensäure leitet sich von der ersten Herstellung ab: Weinsäure wurde einer trockenen Destillation unterworfen (das damals so genannte Brenzen); hierbei entsteht Brenztraubensäure nach Decarboxylierung und Abspaltung von Wasser. Im Englischen heißt die Verbindung daher pyruvic acid, abgeleitet vom griechischen pyr (Feuer, Hitze) und dem lateinischen uva (Traube, besonders Weintraube). Jöns Jakob Berzelius hat Brenztraubensäure um 1835 durch gemeinsames Brenzen von Weinsäure mit Kaliumhydrogensulfat dargestellt. Der Flammpunkt der farblosen, ...
... ist, wie alle Pseudomonaden, ein polar begeißeltes, stäbchenförmiges, Gram-negatives Bakterium. P. savastanoi wird nach neuesten Erkenntnissen zum P. syringae-Komplex gezählt, genauer zu der zweiten Genomspezies. P. savastanoi besitzt viele Pathovare, von denen der Pathovar pv. savastanoi die Tuberkelkrankheit beim Olivenbaum (Olea europaea) auslöst. Der wissenschaftlich korrekte Name ist nach aktueller Ansicht Pseudomonas syringae subsp. savastanoi. Zur besseren Verständlichkeit und weil die Systematik der Spezies P. syringae innerhalb der letzten Jahre ständig im Wandel war, ist der Name P. savastanoi aber immer noch der in den meisten Publikationen verwendete Name. P. savastanoi gehört zu der zweiten von neun Genomospezies, aus denen sich der P. syringae-Komplex zusammensetzt. Dieser Komplex wurde auf der Grundlage von DNA-DNA-Hybridisierungen und Multilocus-Typing gebildet und dient dazu, die Spezies weiter zu unterteilen. Dies ist nötig, da die ...
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden Indol-3-essigsäure (IES oder IAA, von englisch indole-3-acetic acid) ist ein in Pflanzen natürlich vorkommendes Phytohormon aus der Gruppe der Auxine. Es wird überwiegend in den Primärmeristemen der Pflanzen gebildet und dann aktiv zu den Wirkorten transportiert. Mit IAA wurden die ersten Bioassays mit Phytohormonen durchgeführt. Die lichtempfindliche Indol-3-essigsäure wirkt schon in kleinsten Mengen stimulierend auf das Wachstum von Pflanzen und deren Wurzeln. So reagiert die Maiswurzel noch auf eine Konzentration von 10−12 g·l−1. Bei einer zu hohen Konzentration von Indol-3-essigsäure wird die Synthese von gasförmigem Ethylen gefördert, einem Stress-„Hormon", welches sich beispielsweise negativ auf das Längenwachstum der Wurzeln auswirkt. Indol-3-essigsäure ist Bestandteil zahlreicher Präparate (z. B.: Düngerlösungen, Boostern), die das Pflanzen- und Wurzelwachstum steuern. Oft werden neben anderen Auxinen auch die ...
... (* 18. Mai 1903 in Utrecht; † 2. Mai 1990 in Reno, Nevada) war ein niederländisch-US-amerikanischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „F.W.Went". Went war der Sohn des Botanikers Frits Went. Er studierte an der Universität Utrecht und promovierte dort 1927 über das Pflanzenhormon Auxin (Dissertation: Wuchsstoff und Wachstum). Danach war er Pflanzenpathologe im Botanischen Garten von Buitenzorg in Indonesien. Dort befasste er sich mit Orchideen als Epiphyten. Ab 1933 forschte er am Caltech über Pflanzenhormone und ihre Rolle im Pflanzenwachstum und zu ihrer Synthese. In den 1920er Jahren wies er in Experimenten das Vorhandensein von Auxin als Wachstumshormon in Pflanzen nach. Außerdem entwickelte er unabhängig vom sowjetischen Wissenschaftler Nikolai Cholodny ein nach beiden benanntes Modell (Cholodny-Went-Modell), nach der durch Sensoren für Schwere und Licht im Koleoptil Auxin ausgeschüttet wird, dass das Pflanzenwachstum entsprechend ...
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden Quinmerac ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Chinoline und Carbonsäuren und ein von der BASF 1993 eingeführtes systemisches Herbizid. Quinmerac kann durch Reaktion von 7-Chlor-3,8-dimethylchinolin mit N-Bromsuccinimid, Schwefelsäure und Salzsäure gewonnen werden. Quinmerac wird als Bodenherbizid gegen Problemunkräuter wie Kletten-Labkraut, Ehrenpreisarten und Taubnesseln im Getreide-, Raps- und Zuckerrübenanbau verwendet. Quinmerac ist ein synthetisches Auxin, welche die ACC-Synthase induziert. Dadurch kommt es im Pflanzengewebe vor allem zu einer Anreicherung von dem Pflanzenhormon Abscisinsäure. Dies führt über Blattepinastie, Wachstumsinhibierung der Wurzel und vermehrte Transpiration zum Tod der sensitiven Pflanze. In Deutschland, Österreich und anderen Staaten der EU sind Pflanzenschutzmittel mit Quinmerac als Wirkstoff zugelassen, in der Schweiz dagegen ist Quinmerac als Wirkstoff nicht zugelassen. Britt Leps: ...
... en sind Pflanzenschutzmittel zur Beeinflussung des Pflanzenwachstums. Unter diesem Begriff werden sowohl natürliche (Phytohormone) als auch synthetische Stoffe zusammengefasst. Sie dienen zum Beispiel zur Erhöhung der Standfestigkeit bei Getreide durch Verkürzung der Halmlänge (Halmverkürzer oder besser Internodienverkürzer), Verbesserung der Bewurzelung von Stecklingen, Verringerung der Pflanzenhöhe durch Stauchung im Gartenbau oder der Verhinderung der Keimung von Kartoffeln. Früher wurden sie als „Mittel zur biologischen Prozesssteuerung" (MBP) bezeichnet. Es sind Phytohormone oder deren synthetischen Analoge. Die zurzeit in Deutschland zugelassenen chemischen Keimhemmungsmittel für Kartoffeln basieren alle auf dem Wirkstoff CIPC (Chlorpropham). Andere Namen für Wirkstoffe in dem Bereich sind Wachstumsregler, Keimhemmer. Nach Hans Ulrich Haas: 1930er Indol-3-essigsäure (IAA) 4-(Indol-3-yl)buttersäure (IBA)* 1-Naphthylessigsäure (NAA)* Gibberellinsäure (GA)* ...
Die lichtempfindliche[5] Indol-3-essigsäure wirkt schon in kleinsten Mengen stimulierend auf das Wachstum von Pflanzen und deren Wurzeln. So reagiert die Maiswurzel noch auf eine Konzentration von 10−12 g·l−1.[1] Bei einer zu hohen Konzentration von Indol-3-essigsäure wird die Synthese von Abscisinsäure gefördert, einem Stress-„Hormon", welches sich beispielsweise negativ auf das Längenwachstum der Wurzeln auswirkt.[6]. ...
Die Tuberkelkrankheit wird durch den Erreger Pseudomonas syringae subsp. savastanoi pv. oleae (ursprüngliche Bezeichnung Bacillus oleae nach PETRI) verursacht und ist eine bakterielle Krankheit, die an Olivenbäumen (Olea europaea) auftreten kann. Sie verursacht extreme Wucherungen, die als Baumkrebs bezeichnet werden und zum Absterben von Zweigen und Ästen sowie einer Minderung von Qualität und Menge der Ernte führen. Die Krankheit wurde bereits von Theophrast (ca. 300 v. Chr.) an Olivenbäumen beschrieben. 1886 wurden die Wucherungen erstmals mit Bakterien in Zusammenhang gebracht. Sie wird übertragen durch die Olivenfliege (Dacus oleae). Das Bakterium kommt im Darm der Fliege vor und wird während der Eiablage übertragen. Die Infektion erfolgt im Frühjahr, aber auch im Herbst durch feine Risse, Verletzungen oder Frostschäden, und zwar an Blättern und allen verholzenden Pflanzenteilen einschließlich der Wurzeln. Die Infektion wird auch durch unsachgemäßen Baumschnitt ausgelöst, im ...
Die Antiauxine sind eine Gruppe von negativen Wachstumsregulatoren, die den Auxinen entgegengesetzt sind. Sie hemmen die Auxine kompetitiv. Zu ihnen gehören Clofibrin, 2,4-Dichloranisol, Clofibrinsäure (p-Chlorphenoxyisobuttersäure), 2,3,5-Triiodbenzoesäure (Tiba) und Naptalam (NPA, N-(1-Naphthyl)phthalsäuremonoamid). Die beiden letztgenannten werden häufig in der Forschung benutzt, sie hemmen nur den Abtransport von Auxin nach unten, während der apikale Zufluss bestehen bleibt. Daher sammelt sich Auxin in den behandelten Pflanzenbereichen.Mit Quercetin und Genistein kommen auch natürliche Antiauxine vor. Harun Parlar, Daniela Angerhöfer: Chemische Ökotoxikologie. Springer, 1995, S. 163 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche). Rüdiger Grotha: Der Einfluß des Antiauxins p-Chlorophenoxyisobuttersäure auf die Bildung meristematischer Zentren bei der Regeneration isolierter Gewebefragmente von Riella helicophylla (Bory et Mont.) Mont. In: Planta. Band 129, Nr. 3, 1976, S. ...
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden Benazolin ist eine synthetisch hergestellte chemische Verbindung aus der Gruppe der Thiazolinone (Thiazoline mit einer Ketogruppe) bzw. der Benzothiazolinone. Der farblose, kristalline Feststoff wird vorwiegend als Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt. Benazolin kann durch Reaktion von 2-Chloranilin mit Ammoniumthiocyanat und Chloressigsäureethylester gewonnen werden. Benazolin ist ein brennbarer farbloser Feststoff, der praktisch unlöslich in Wasser ist. Die Löslichkeit in Wasser bei 20 °C und pH 3 beträgt nur 500 mg·l−1. Der pKS-Wert der Carbonsäure wird - je nach Quelle - mit 3,04 oder 3,6 angegeben. Benazolin ist ein Herbizid, das als Xenobiotikum in Böden vorkommt. Die Wirkung beruht auf der Hemmung des Auxin-Transportes. Es ist die Ausgangsverbindung für eine Reihe von Substanzen mit ähnlichen Eigenschaften, wie sein Kaliumsalz (CAS: 67338-65-2), Benazolin-Dimethylammonium (38561-76-1) und Benazolin-Ethyl (25059-800-7). ...