Chondroitinsulfatasen sind Enzyme, die Chondroitinsulfat abbauen können. Chondroitinsulfat ist ein Glykosaminoglykan, das in der extrazellulären Matrix von Bindegewebe wie Knorpel vorkommt. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Struktur und Funktion des Knorpels, indem es Wasser speichert und so die Elastizität und Belastbarkeit des Gewebes erhöht.

Chondroitinsulfatasen können das Chondroitinsulfat in kleinere Moleküle wie Keratansulfat und Delta-Dihexosaminidase spalten, was zu einer Degradation des Knorpels führen kann. Mutationen im Gen, das für die Produktion von Chondroitinsulfatasen codiert, können zu einem Mangel an diesem Enzym führen und eine seltene Erbkrankheit namens Mucopolysaccharidose Typ VI (MPS VI) oder Maroteaux-Lamy-Syndrom verursachen. Diese Krankheit ist durch ein Fortschreiten der Gelenksteifigkeit, Knochenverformungen und einer Vergrößerung von Leber und Milz gekennzeichnet.